Blogbeitrag · 03.02.2026
Hallo,
wie geht es dir?
Gestern war Maria-Lichtmess.
Das Licht der bedingungslosen Liebe der Mutter.
Ich habe sie mein Leben lang gesucht:
Ich hatte nie eine. So würde es meine beiden Mütter wohl sehr verletzen, diese Worte zu lesen – und doch ist es meine Wahrheit.
Meine leibliche Mutter nahm sich das Leben, als ich sechs Jahre alt war.
Mit ihren letzten Worten flehte sie mich an, ihr zu helfen.
Meine Pflegemutter gab ihr Bestes.
Und doch war ich zu diesem Zeitpunkt bereits gebrochen.
Hätten wir uns außerhalb der Regeln der Gesellschaft begegnet,
hätte sie vielleicht meine Mutter sein können. Doch das waren wir nicht.
Sie tat ihre Arbeit – und ich war voller Wut auf Gott und die Welt.
Wir konnten nie in Liebe zusammenkommen. Es war unmöglich.
Mein ganzes Leben lang sehnte ich mich nach der Liebe einer Mutter.
Wenn ein Kind sehr früh einen geliebten Menschen verliert,
beginnt die Fantasie, Flügel zu bekommen.
Mit der Zeit überhöht man den Verstorbenen, vergisst das Schwierige,
das Unvollkommene. Aus dem Menschen wird ein Heiliger,
aus dem Sünder ein Engel.
Die Fantasie eines Kindes kennt keine Grenzen.
So wurde meine Mutter über die Jahre zu einer mich innig liebenden Mutter. Niemand hatte gegen sie auch nur den Hauch einer Chance.
Und doch machte mich diese Phantasie sehr einsam.
Aus ihr wuchs in mir der Wunsch, selbst Mutter zu werden.
Ich gründete eine eigene Familie und wollte die Übermutter sein – ausschließlich da für meine Kinder.
Ich wurde ihnen dabei nicht gerecht.
Frag meine Kinder. Sie würden bestätigen,
was für eine grauenhafte Mutter ich oft war.
Doch eines Tages traf ich sie.
Es war zwischen Schlaf und Wachen.
Ich war bereits munter und doch noch in Trance.
Da sah ich dieses Licht vor mir. In diesem Licht erkannte ich Maria.
Sie strahlte in und um sich und breitete ihre Arme aus.
Sie wirkte so viel größer als ich – und ich ließ mich in diese Arme fallen.
Ohne Zögern.
Es war wie Heimkehr.
In dieser Umarmung war alles enthalten:
Ich wurde durchflutet von der Liebe der Mutter.
Einer Liebe, die an nichts gebunden ist. Reine Liebe –
die Essenz allen Seins.
Ich spürte, wie mein Körper zu klein war für diese Liebe.
Es war zu viel. Zu groß. Zu umfassend für einen Menschen,
der bis dahin nur Bruchstücke der Liebe kannte.
Dann wurde mir binnen eines Augenblicks jeder Moment meines Lebens bewusst, in dem ich nicht in Liebe gewesen war. Es war kein Film,
der ablief – es war Gewissheit. Erkenntnis. Bewusstwerdung.
Es zerriss mich beinahe.
Ich war voller Schmerz und voller Reue. Ich schrie.
Dann spürte ich die bedingungslose Liebe.
Absolute Gnade der Mutter. Gnade für mich. Für alle.
Ich schrie noch mehr – denn es verursachte mir Schmerzen, all das zu spüren.
Ich benötigte einige Tage, mich wieder zu sammeln, so überwältigend war dieses Erlebnis. Und noch heute bin ich voller Demut wenn ich daran denke.
Diese Begegnung war lebensverändernd für mich.
Nicht für mein äußeres Leben.
Aber für mein Inneres.
Im Vergleich zur göttlichen Liebe sind wir Menschen nur in der Lage, einen winzigen Bruchteil davon zu spüren.
Und doch würden wir es nicht aushalten, diese Liebe plötzlich in ihrer ganzen Fülle wahrzunehmen.
Vielleicht dürfen wir uns in unserem eigenen, individuellen Tempo an uns selbst, der reinsten Form der Liebe,erinnern.
Doch es ist wichtig, darüber zu sprechen.
Denn es gibt mit Sicherheit viele Menschen, denen Maria bereits begegnet ist – in welcher Form und auf welche Weise auch immer.
Du musst dafür nicht heilig sein.
Dass nur wenige Auserwählte solche Erfahrungen machen dürfen, ist ein Irrglaube, der von der Kirche erschaffen wurde.
Nur Menschen, die wir für würdig halten, die Prüfungen bestehen und Tugend sowie Frömmigkeit beweisen, werden von uns als „echt“ anerkannt.
Kaum zu glauben, dass so viele Menschen daran glauben – und es doch nicht wagen, über ihre Erlebnisse zu sprechen.
Ich finde es wunderschön, wenn die Liebe, die man dabei fühlt, ein Licht in anderen entfachen kann.
Maria ist seitdem meine Mutter.
Diese Liebe war es, nach der ich mich ein Leben lang gesehnt habe.
Eine Liebe, die jeder von uns in sich trägt. Die es möglich macht, dass jeder Mensch sich unbewusst oder bewusst auf der Reise zu ihr befindet. Der Weg der Heilung.
Für mich ist Lichtmess ein Erinnern an diese Reise. Ein Erinnern an das Licht in uns. Das Licht das der Welt hingegeben wird, voller Vertrauen das es nach Hause geführt wird.
Danke

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